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21.08.2008
 
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Die Geschichte des Teckelzwingers
vom schwarzen Keiler FCI
- wie ich auf den Hund gekommen bin -

Heli - der Anfang

Eine gute Freundin von mir bekam im Sommer 1998 einen Welpen. Es war ein Hannoverscher Schweißhund, den sie als Jägerin entsprechend seiner Veranlagung ausbilden und führen wollte. Bauschan, so heißt er, ist ein wunderschöner Hund, und - was mir an den Hannoverschen Schweißhunden besonders gut gefällt - sie sehen vom Typ her einem Kurzhaarteckel recht ähnlich. Denn Kurzhaarteckel waren schon immer meine Lieblingshunde.

Fast zwei Jahre lang jammerte ich dieser Freundin vor, wie sehr ich sie um diesen wunderschönen Hund beneiden würde und wie gerne auch ich einen Hund hätte, das müsste aber ein Kurzhaarteckel sein, und zwar ein schwarz-roter. Zugegeben, viel Ahnung von Teckeln, überhaupt von Hunden hatte ich damals nicht, eigentlich hatte ich überhaupt keine Ahnung.

Nun begab es sich, dass wir uns für den 8. März 2000 abends verabredet hatten, sie wollte mich zuhause abholen. Und da stand sie in der Tür, drückte mir ein Halsband und eine Leine in die Hand mit der Bemerkung, dass ich nun lange genug gejammert hätte und dass ich mich wohl mal auf die Suche nach meinem Wunschteckel machen sollte. Gleich am nächsten Tag wurden alle mir bekannten Teckelzüchter in Berlin und Umgebung (ich habe damals dort gewohnt) angerufen - ich suchte einen Kurzhaarteckel, und schwarz-rot sollte er sein.

Aber keiner der Züchter hatte eine schwarz-roten Kurzhaarteckel. Nun ja, man kann ja nicht erwarten, dass diese beim Züchter im Regal auf Abruf liegen und auf mich warten. "Vielleicht nächstes Jahr" - "Nein, nur Rauhhaar" - "Nein, nur Langhaar". Es war nichts zu machen. Aber ich wollte keinen Rauhhaar und keinen Langhaar, nein, es musste unbedingt ein Kurzhaar sein.

Und dann geriet ich beim Abtelefonieren der Teckelzüchter auch an Frau Weser. Sie ist Landeszuchtwartin des Landesverbandes Brandenburg im Deutschen Teckelklub und sie soll auch Kurzhaarteckel züchten. Und wenn sie keine Kurzhaarteckel hat, vielleicht kennt sie jemanden der einen kennt der gerade einen Wurf hat. Noch hatte ich Hoffnung. Am Telefon raubte sie mir die Hoffnung, den gewünschten schwarz-roten Kurzhaarteckel zu finden. Kurzhaarteckel seien recht selten. Die Leute wollen alle Rauhhaar oder Langhaar, entsprechend reagieren die Züchter. Aber sie sagte mir, dass sie noch eine Hündin hätte, das wäre aber ein Kaninchenteckel und außerdem nicht schwarz-rot, sondern ein schwarztiger.

Ich hatte keine Ahnung. Kaninchenteckel - nein ich will einen Dackel. Schwarztiger, was ist das, schwarz-rot soll er sein! Steck Dir das getigerte Kanickel an den Hut, dachte ich, sagte es aber nicht, denn schließlich ist sie die Landeszuchtwartin und kennt vielleicht doch noch einen, der einen kennt, der dann wieder einen kennt, der einen schwarz-roten Teckel abzugeben hat.

Also fuhr ich noch am Abend so gegen 17 Uhr hin zu ihr - es waren nur so ca. 15 km - in der Hoffnung, dass ihr noch jemand einfallen würde, der einen kennt, der einen schwarz-roten Teckel abzugeben hat. Und dann war ich da. Teckel, Teckel, Teckel und dazwischen Frau Weser. So viele wunderschöne Teckel, aber kein schwarz-roter Kurzhaarteckel, den sie abzugeben hatte.

Sie hatte einen schwarz-roten Teckel, einen Kaninchenteckel namens Arpad. Er war recht klein - was für Kaninchenteckel ziemlich normal ist, wie ich später lernen sollte, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass sie ihn mir verkaufen wollte, nein ganz gewiss nicht. Es ging ins Wohnzimmer und ich wurde examiniert. Warum ich einen Teckel haben will, warum ausgerechnet einen Teckel, warum nicht einen anderen Hund, Fragen über Fragen. Sie prüfte mich, ob ich es wert sei, überhaupt einen Teckel zubekommen. Es waren auch immer Teckel da. Es waren einige Teckel, drei oder vier, aber da war einer dabei: Ein kleiner Teckel, ziemlich zutraulich und ziemlich buntHeli wie ich fand. Und außerdem wunderschön und kuschelig und süß.

Ich habe den kleinen Teckel gekrault und auf dem Teppich mit ihm gespielt und wurde dabei examiniert. Wenn es schon keinen schwarz-roten gibt, dachte ich, wäre dieser auch nicht schlecht, der wäre sogar besser, der ist ja noch viel schöner und wir verstehen uns jetzt schon so gut. Den will ich haben, aber den gibt sie doch bestimmt nicht her. So einen Teckel, den kann man doch nicht verkaufen, dachte ich. Ich traute mich kaum zu fragen. Und ich hatte Angst, war ich es in ihren Augen wert, einen Teckel zu bekommen. Wollte Sie mir überhaupt einen Teckel überlassen? Meine Befürchtungen waren umsonst.

Ja, sagte sie, das ist die Heli, der schwarztiger-Kaninchenteckel, von dem sie am Telefon erzählt hatte. Den wollte ich, nur noch diesen Teckel und sonst keinen.

Vielleicht kann ich ihn heute schon mitnehmen. Hoffentlich will sie kein Bargeld, Schecks habe ich dabei, aber nichts Bares. Wieder nachhause fahren ohne die Heli, vielleicht noch einen Tag warten müssen? - Wie grausam. Nein, sie war nicht grausam. Sie nahm auch einen Scheck und gegen 22 Uhr, glücklich bis in alle Haarspitzen und fertig von der harten fünf Stunden währenden Prüfung fuhr ich nach Hause, Heli dabei.

Glücklich zuhause angekommen, rief ich Susanne, die Freundin mit dem Hannoverschen an. Sie machte mir Vorwürfe. Man kann doch nicht den erstbesten Hund kaufen. Man muss sich doch erst einmal umschauen. Und so weiter und so weiter. Eigentlich hatte sie grundsätzlich recht. Aber nur grundsätzlich und nicht in diesem speziellen Fall. Denn Heli - und das habe ich damals schon gleich gespürt - war wie ein Sechser im Lotto. Man muss auch nicht erst alle 14 Millionen Kombinationen durchtippen, bevor man sechs Richtige hat. Es führt zwar auch zum Ergebnis, ist aber recht langwierig. Heli war auf Anhieb der Glückstreffer.

Trotz der späten Stunde - es war mittlerweile gegen 23 Uhr - kam Susanne noch von Neugier gepeinigt und voller Vorwürfe gegen mich im Gepäck vorbei. Aber dann hat sie Heli gesehen. Und auch sie ist, wie jeder, der Heli einmal kennen gelernt hat, sofort dem unwiderstehlichen Charme dieses süßen kleinen Kaninchenteckels verfallen.

Und gleich am ersten Tag begann Heli den Kampf um die Führung in unserem kleinen Zweierrudel. Ich habe mich durchgesetzt. Meistens jedenfalls. Und wenn nicht, dann nicht weil ich mich nicht durchsetzen konnte, sondern weil ich von Heli überzeugt wurde.

Wenn wir z.B. bei unserer abendlichen Gassirunde noch kurz in der Nachbarschaft in der Wirtschaft vorbeigeschaut haben, dann saß ich auf einem Hocker an der Theke und Heli lag unten auf meiner Jacke. Zumindest die ersten fünf Minuten. Dann hatte ich sie oben auf dem Arm, wo sie eingekuschelt in meiner Armbeuge vor sich hindöste und zwischendurch immer wieder aufmerksam ihren Blick durch die Gaststube kreisen ließ. Unten konnte sie schließlich nichts sehen.



 
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“Unter hundert Menschen liebe ich nur einen, unter hundert Hunden neunundneunzig.”
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach