Startseite arrow Presseschau arrow 09.06.2006 - MdB Wellmann und sein Dackel Paul
28.08.2008
 
Startseite
Der Teckelzwinger
Der Zwinger
Meine Teckel
Deckrüde Attila
Welpen - der Nachwuchs
In Memoriam
Kontakt
Der Teckel
Teckelgalerie
Der Rassestandard
Zucht und Vererbung
Der Jagdteckel
Fundsachen
Presseschau
Teckel und Kunst
Service
Bilderalbum
Büchertips
Teckel-Publikationen
Downloads
Links
Aus der Sektion
Gästebuch
09.06.2006 - MdB Wellmann und sein Dackel Paul

Der Tagesspiegel, Berlin, 09.06.2006:

Teure Tierliebe

Die Feuerwehr holte den Dackel aus dem Fuchsbau. Seit 2005 kostet so was.
In diesem Fall: 5286 Euro

Gelöscht und gerettet wird umsonst. Für alles andere kassiert die Feuerwehr – und nicht zu knapp. Gestern wurde eine Rechnung abgeschickt, Adressat: der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann, dessen Dackel namens Paul vom Jagd-Instinkt Ende April in einen Fuchsbau getrieben wurde, und zwar so tief, dass er nicht mehr alleine hinaus fand. Wellmann wählte die 112, die Feuerwehr rückte mit vier Autos aus und brauchte ( wie berichtet) viereinhalb Stunden, um das Tier zu bergen. Die gestern abgesandte Rechnung für diesen Dienst lautet auf genau 5286,70 Euro.

Das berechnet sich nach Gebührenordnung aus der Zahl der eingesetzten Autos und der Stunden: 3873 Euro für die Technik, 1402,20 fürs Personal, oben drauf 11,50 Euro Gebühren. Um Paul aus dem Fuchsbau zu holen, hatte man sogar einen Radlader eingesetzt, der 20 Kubikmeter Erde beiseite schaufelte.

Berlin hatte erst 2003 Gebühren beschlossen, später als andere Städte. Anfang 2003 hatte der damalige Feuerwehrchef Albrecht Broemme angekündigt, dass ab dem Frühjahr kassiert werde. Fünf Millionen Euro sollten pro Jahr so in die Landeskasse kommen. Doch dann ließ erst das Gesetz ein Jahr auf sich warten – und dann fehlte ein weiteres halbes Jahr die Software, um Rechnungen zu schreiben. Das war erst Anfang 2005 möglich.

Bis dahin musste auch bei selbst verschuldeten Feuerwehreinsätzen die Allgemeinheit zahlen. Ob der Wellensittich vom Baum geholt oder der Keller ausgepumpt werden musste. Nun werden in solchen Fällen Rechnungen geschrieben.Das Geld landet aber in der Landeskasse, nicht bei der Feuerwehr.

Die Gebühren sollten zudem die immens hohe Zahl von Fehlalarmen senken. Pro Jahr rückte die Feuerwehr bislang etwa 2500 Mal vergeblich aus, weil zu sensibel eingestellte Brandmeldeanlagen Alarm schlugen. Zu manchen Hotels oder Bürogebäuden – besonders am Potsdamer Platz oder am Alexanderplatz – rückte die Feuerwehr teilweise mehrmals täglich aus. Seitdem jeder Fehlalarm kostet, hätten die Hauseigentümer endlich gehandelt und die Technik verbessert, hieß es.

Vor allem technische Hilfeleistungen kosten Geld. 50 000 Euro musste eine Spedition zahlen, deren mit Kerosin beladener Tanklastzug auf der Stadtautobahn einen Unfall verursachte und leer gepumpt werden musste. Die teuerste Dienstleistung ist mit 584 Euro pro halbe Stunde der Rettungshubschrauber, es folgen die Feuerlöschboote mit 385 Euro pro halbe Stunde. Das teuerste Auto ist mit 274 Euro ein Rüstwagen, der technische Geräte an den Einsatzort bringt.

Auch in der Rechnung für die Rettung von Dackel Paul schlägt allein der Rüstwagen mit 1644 Euro zu Buche. Ha

 

Dazu Spiegel-Online, 09.06.2006:

FEUERWEHREINSATZ

CDU-Mann muss 5000 Euro für Dackelbefreiung zahlen

Karl-Georg Wellmann, seines Zeichens Bundestagsabgeordneter der CDU, ist sein Dackel lieb und vor allem teuer. Das Tier war in seinem Leichtsinn in einem Fuchsbau verschwunden. Die Feuerwehr kam, rettete - und kassiert jetzt.

Berlin - Wellmann wird in Kürze eine hohe Rechnung zugehen. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" soll der Politiker exakt 5286,70 Euro berappen. Wellmanns Dackel war Ende April in einen Fuchsbau gekrochen und nicht mehr frei gekommen. Die Feuerwehr eilte zu Hilfe.

Die Rechnung für Wellmann ergibt sich dem Bericht zufolge aus der Gebührenordnung: 3873 Euro für die Technik, für Personal 1402,20 Euro und 11,50 Euro Gebühren. Um den Dackel aus dem Fuchsbau zu holen, hatte man sogar einen Radlader eingesetzt, der 20 Kubikmeter Erde beiseite schaufelte.

Berlin verlangt seit einiger Zeit für selbst verschuldete Feuerwehreinsätze Gebühren. Pro Jahr wollen die Behörden etwa fünf Millionen Euro für die Landeskasse einnehmen.

dab/dpa

 


Unser Kommentar

Wenn es nicht
1. ein Bundestagsabgeordeter wäre (dem geschieht es ja recht) und der
2. dann auch noch bei der CDU ist (die haben ja nichts besseres verdient) und der
3. dann noch so toll zur Kasse gebeten wird,
dann wäre die Geschichte für die Presse eigentlich uninteressant.

Über den Dackel, an sein Leiden im Bau (aus dem er mit eigener Kraft nicht mehr herauskam) und über das Leid, dass dem Dackel und seinem Herrn widerfahren wäre, wenn denn die Feuerwehr den Dackel nicht gerettet hätte und er im Bau hätte bleiben müssen, schweigt sich die Journaille aus. Das wäre schließlich keine Schlagzeile wert. Aber weil es einen "Großkopferten" erwischt hat, der dann auch gleich richtig zur Kasse gebeten wurde, ist die Journaille auf die Geschichte angesprungen wie ein Dackel auf seinen Knochen.

Bei allem Verständnis für die leeren Kassen der öffentlichen Hand ist es aber eine Schande, dass das Leben eines in Baunot geratenen Dackels in Berlin künftig von der Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit seines Besitzers abhängig ist. Hoffentlich macht das Beispiel von Berlin keine Schule, und möge vor allem keinem Dackel das Schicksal beschieden werden, im Bau bleiben zu müssen, weil die für die Bergung erforderlichen Mittel nicht aufgebracht werden können.

 


Nachtrag:

BZ Berlin - Online - vom 28.06.2006

Bundestag sperrt CDU-Dackel aus

Der leidgeprüfte Hund des Abgeordneten Wellmann durfte nicht in den Reichstag
Von KATHRIN REISINGER

  MdB Wellmann mit Dackel Paul
  CDU-Abgeordneter Karl-Georg Wellmann mit seinem Dackel Paul vor dem Bundestag
  Foto: Sven Meissner

"Paul" heißt er, ist Politiker-Dackel und Medien-Star. Doch trotzdem durfte er mit CDU-Herrchen Karl-Georg Wellmann (53) gestern nicht in den Deutschen Bundestag. Denn im Reichstag gilt für Vierbeiner: Wir müssen draußen bleiben. Wellmann führte die Feuerwehrmänner von der Wache Wannsee durch den Bundestag. Als Dankeschön dafür, daß sie Ende April in einer 5stündigen Aktion seinem Dackel das Leben retteten. Der kleine Hund hatte sich in einem Fuchsbau verklemmt.

Wellmann zahlte die Rechnung (5.286,70 Euro) für den Einsatz. Gleichzeitig kritisierte er: "Die Feuerwehr zahlen wir alle mit unseren Steuern. Nur die Zusatzkosten für so eine Tierrettung sollten daher verlangt werden. Denn ein Rentner könnte das ja gar nicht zahlen." Klaus-Dieter Gall, Wachleiter der Feuerwache Wannsee, pflichtet ihm bei: "Neulich sollten wir bei einer alten Dame die Katze vom Baum holen. Als sie erfuhr, daß es 500 Euro kosten würde, mußten wir umkehren."

Geld rettet Leben. Langhaar-Dackel Paul (12) weiß das. Stolz posiert er als Politik-Maskottchen. Fast so wie "Bastian", der Dackel, mit dem Eberhard Diepgen damals in den Wahlkampf startete.

Heimlich ins Büro geschmuggelt

Ob Wellmann auch Paul im Wahlkampf einsetzen will? "Ich weiß es nicht - er ist so publikumsscheu."

Vielleicht schafft es Paul ja doch noch mal in den Reichstag. Im Paul-Löbe-Haus der Bundestags-Abgeordneten war er immerhin schon. Wellmann: "Ich habe ihn heimlich mit ins Büro geschmuggelt."

  Langhaardackel Paul nach seiner Rettung
  Langhaardackel Paul (12) nach seiner Rettung aus dem Fuchsbau
  Foto: spreepicture

 


 

Unser Kommentar: 

Warum soll ein Dackel auch in den Bundestag dürften - wo doch sonst nur Halbdackel da herumlungern. 

 
Teckelzüchter im DTK
vom schwarzen Keiler
Schnappschüsse aus unserer Bildersammlung
bild086.jpg
Teckelseiten in Internet
Teckelhilfe
kleines_landesdackelwappen
Zufallsbild
bild068.jpg
Benutzer

  

  
  
  
   Passwort vergessen?
 
Lesezeichen
   Website zu Favoriten
   Aktuelle Seite zu Favoriten
   Website als Startseite
Impressum
Technik
test

Zufallszitat
“Wer seinen Hund liebt, muß auch dessen Flöhe lieben.”
Von den Bantu